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Kirche im Kanonenhof

Die Festung um Dresden im 16. Jahrhundert

Damals, vor bald 500 Jahren, wurde der „trutzige Boden“, auf dem jetzt das Haus der Evangelisch-reformierten Gemeinde zu Dresden steht, bereitet: Er gehört zur nordöstlichen Ecke der im 16. Jahrhundert errichteten alten Dresdner Stadtbefestigung.

Die Anfänge ihrer Erbauung gehen auf die Zeit 1520 - 1529 zurück. Diese vorerst einfache Festungsanlage hatte man bereits 1546 - 1555 zu einer Bastionärsbefestigung mit einem Wall von etwa 20 m Breite und 10 m Höhe und ihm vorgelagerten 8 Bastionen erweitert. Davon wurde die Nordbastion – das ist der die Gemeinde betreffende Bereich – um 1590 noch einmal vergrößert, um das inzwischen gebaute Zeughaus, auf dem später das Albertinum errichtet wurde, zu schützen.

Die erweiterte Bastion, Vorgängerin der heutigen Jungfernbastei mit dem Moritzmonument, wurde begrenzt im Norden von der Elbe und im Osten vom Festungsgraben, der hier zu einer Art Hafenschleuse ausgebaut war. So konnten die Schaluppen mit Waffen und Proviant direkt in ein Gewölbe des Festungsbereichs einfahren und - vor Feindesblicken geschützt - entladen werden. Nebenan befand sich ein offener Kanonenhof, von dem aus ein Gewölbegang zur Stadtmitte führte.

   

Untenstehender Plan zeigt die Festung "Neu - Dresden", erbaut von 1546 bis 1591, im Zustand von 1721. Nördlich davon fließt die Elbe (1). Sie ist nur noch schwach zu erkennen, ebenso die Augustusbrücke zur (nicht dargestellten) Dresdner Neustadt (2). In der nordöstlichen Ecke befindet sich die Nordbastion (3) mit der Hafenschleuse (4) und gleich daneben die Hasenbergbastion (5) mit der Schiffseinfahrt (6), den Kanonenhöfen (7 und 8), den Kasematten (9) und dem Zeughaus (10).

   

Plan der Stadt- und Festungsanlage. Klicken Sie zur Ausschnittsvergrößerung auf die Nordbastion (3)!
Quelle: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden,
Abt. Deutsche Fotothek


 

Geschichte in der Gegenwart

Heute noch sind wir von diesen jahrhundertealten Zeugnissen der Geschichte umgeben:

Auf der Wiese vor unseren Kircheingängen ist ein Teil der alten Hafenmauer zu sehen. Historischen Bezug nehmen auch die Namen „Gondelhafen“ für diesen Bereich (aus der ehemaligen Hafeneinfahrt wurde im 18. Jh. ein Gondelteich) und „Hasenberg“ für die daneben verlaufende Straße zur Elbe.

Diese Namen überlebten die Zuschüttung des Hafens bzw. Teichs und die Abtragung der Hasenbergbastion (siehe Darstellung von 1591). „Hasenberg“ erinnert übrigens an die Zeit vor dem ersten Festungsbau. Da befand sich dort ein Weinberg, der sicher vielen Langohren einen idealen Unterschlupf bot.

In der ehemaligen Schiffseinfahrt versammelt sich heute das Konsistorium zu seinen Sitzungen. Die Fahrrinne verlief jedoch etwa 2-3 m unterhalb des jetzigen Fußbodens. Noch sichtbare Zeichen der alten Bestimmung sind aber der an der Nordseite erkennbare Torbogen der Einfahrt und große Löcher an den Seitenwänden - vermutlich für Auflagebalken einer Zwischendecke.

Auch der oben angeführte Gewölbegang, der vom Kanonenhof abgeht, ist noch erhalten. Er wurde Anfang 2004 freigelegt, hat einen Notausstieg zur Straße bekommen und fungiert jetzt als Abstellraum für die Hochwasserschutzvorrichtungen.


 
Ansicht vom Hasenberg aus, im Vordergrund Hafenmauer

Seitenraum des Kanonenhofs, früher Schiffseinfahrt

Gottesdienst im Kanonenhof

Im Kanonenhof feiern wir heute Gottesdienst. Die Reformierten definieren den Kirchraum nicht als einen sakralen Raum, sondern lediglich als Versammlungsort der Gemeinde. Für eine solche Nutzung mussten die massiven, sichtbehindernden Quadersäulen, die die alte, im 18.Jh. aufgebrachte Abdeckung gestützt hatten, schmaleren runden Säulen aus Sichtbeton weichen. Dieses Material wurde auch für die Decke eingesetzt – ein beabsichtigt moderner Kontrast zum alten urbelassenen Sandsteingemäuer.

Der Kirchraum ist betont schmucklos gehalten: an der Stelle des Altars steht der Abendmahlstisch, es gibt keine Kerzen, kein Kruzifix, keine Antependien, keine Bilder oder sonstigen künstlerischen Darstellungen. In diesem Raum finden nicht nur die Gottesdienste, sondern auch alle größeren gemeindlichen Versammlungen, sowie öffentliche nichtkirchliche Veranstaltungen statt. Man trifft sich im urigen Gemäuer sehr gern zu geselligem Feiern oder zu Vorträgen, Konzerten, Tagungen o.a. Diese Offenheit ist auch typisch reformiert.

Erleben auch Sie unseren Kanonenhof

Herzlich laden wir Sie in unseren Kanonenhof ein. Besuchen Sie uns zu unseren Gottesdiensten oder sonstigen Veranstaltungen. Sie können auch den Raum für eine Familienfeier mieten oder ihn einfach nur besichtigen (z.B. sonntags nach dem Gottesdienst, gegen 11.00 Uhr).